Zäune sollen das Rehwild von den Friedhofspflanzen fernhalten
    Kirchgemeinde setzt auf Hilfe aus der Region, damit sie nicht allein auf den Kosten sitzenbleibt.
    Die Arbeiten haben Gemeindearbeiter und Ein-Euro-Jobber gemeinsam erledigt.

    Installierten einen Zaun gegen Wildverbiss auf dem Friedhof: Christine Streuffert, Doris Teuerling und Wolfgang Ebel.Foto: Volker Stephan

    Ahrenshagen (OZ) - Sehr zum Ärger der Ahrenshäger Einwohner fraßen Rehe in den letzten Wochen immer wieder die frischen Pflanzen auf dem Friedhof ab. Die Tiere hatten leichtes Spiel, da die einst vorhandene Umzäunung bereits seit vielen Jahren verfallen ist — ihre Reste sind im benachbarten Gehölz noch zu finden.

    Als sich beim Pfarramt die Beschwerden über die tierische Fresslust mehrten, leitete Pfarrer zur Anstellung Christhart Wehring die einzig wirksame Gegenmaßnahme ein: Gemeindearbeiter Ingo Peters bekam den Auftrag, 90 Pfähle und 250 Meter Wildzaun zu beschaffen, um das Friedhofsgelände einzuzäunen.

    „Eine Baumschule aus der Nähe von Loitz hat uns einen guten Preis gemacht, wir gingen erst einmal in die Vorkasse. Nun hoffen wir auf Hilfe von der Gemeinde und der Jagdgenossenschaft, damit wir nicht auf den gesamten Kosten sitzenbleiben“, erläutert der Pfarrer. Auch die benachbarte Firma ADAP habe den Zaunbau unterstützt, indem sie einen Erdbohrer zur Verfügung stellte.

    Mit dem Setzen des Zauns wurde Anfang der vergangenen Woche begonnen, zum Wochenende waren der Gemeindemitarbeiter und seine fleißigen Helfer bereits fertig.

    „Die Höhe von zwei Metern reicht völlig aus, dass keine Rehe hinüberspringen können“, versicherte Christhart Wehring. In Lüdershagen habe man mit einem gleichartigen Zaun bereits gute Erfahrungen gemacht.

    Neben Gemeindearbeiter Ingo Peters, der über den Friedhofsverband eingestellt ist, waren Wolfgang Ebel (48) aus Tribohm und Christine Streuffert (49) aus Palmzin, beide auf ein Vierteljahr befristete Kräfte der Barther Qualifizierungsgesellschaft, sowie die fest angestellte Doris Teuerling (55) mit dem Zaunbau beschäftigt.

    Pfarrer Christhart Wehring bezeichnete die Letztgenannte als „die gute Seele der Kirchgemeinde“.

    Alle drei unterstützten den Gemeindearbeiter nach besten Kräften, sodass der Zaun täglich immerhin 50 Meter in die Länge wuchs.

    Wolfgang Ebel staunte über seine Kolleginnen: „Das machen die einfach ganz toll.“ Die beiden Frauen hantierten so sicher mit dem Werkzeug und dem Material, als ob sie schon immer Zäune gesetzt hätten. „Wir haben Grundstücke und Gärten, da fallen stets solche Arbeiten an“, erwiderten sie.

    Erika und Reinhold Wiemann aus Ahrenshagen beobachteten aufmerksam das Setzen des Zauns, während sie eine Grabstätte bepflanzten.

    „Weil wir vom bevorstehenden Zaunbau wussten, zögerten wir das Pflanzen bis heute hinaus. Die Wildschäden traten eigentlich erst in diesem Jahr auf, vorher hatten sich die Rehe nie für die Gräber interessiert.“

    Volker Stephan