Frisches Gemüse für Barther Tafel

Das frische Gemüse wurde möglichst gleich nach der Ernte bei der Barther Tafel an
Bedürftige ausgegeben. Foto:Claudia Haiplick
Erntefrisches Gemüse direkt vom Feld in die Ausgabe der Barther Tafel: Das gemeinsame Projekt des Barther Qualifizierungs- und Beschäftigungszentrum (BQB) und der Gemeinde Trinwillershagen erfuhr in diesem Jahr eine Neuauflage. Auf dem Gelände des ehemaligen Schulgartens von Trinwillershagen wuchsen Sellerie, Porree, Bohnen, Kohlrabi, Petersilie, Lauchzwiebeln, Grünkohl aber auch Kürbisse und Rhabarber heran. Daneben standen im Gewächshaus Gurken, Paprika, Zucchini und Tomaten. Die Pflanzen hatten Projektleiter Jörg Möller und sein Team selbst gezogen. Aber auch die Bevölkerung spendete Setzlinge. Die Fläche wurde, wie bereits im vergangenen Jahr, von der Gemeinde Trinwillershagen unkompliziert zur Verfügung gestellt. Wofür sie seinerzeit aber erst einmal beräumt und zur Bepflanzung hergerichtet werden musste. Damit es im Frühjahr erneut los gehen konnte, musste die Anbaufläche für die neue Ernte wieder in Schuss gebracht werden. So wurde unter anderem Mist in den Boden eingebracht, in der Hoffnung, die sehr guten Erträge vom vergangenen Jahr erneut zu erreichen. „Leider ist es uns nicht gelungen. Obwohl alle mit sehr viel Enthusiasmus an die Arbeit gegangen waren, um die Fläche rasch wieder anpflanzungsfähig zu machen. Doch die widrigen Witterungsbedingungen mit dem langen Winter und einem entsprechenden späten Frühjahr haben einen ähnlichen Erfolg wie 2009 verhindert“, sagte Dietmar Schulz, Geschäftsführer des BQB. Hinzu kam, dass die erste Sommerhälfte heiß und die zweite feucht und kühl gewesen sei. Start des Projektes war am 15. März. Im letzten Jahr waren knapp acht Tonnen frisches Gemüse in Trinwillershagen für die Barther Tafel geerntet worden. Dieses Mal waren es nur etwas über 2,5 Tonnen. „Dennoch sind auch die diesjährigen Zahlen beeindruckend. Sie zeigen, was hier im Interesse bedürftiger Menschen geleistet wird. Was aber nur möglich ist, wenn die Mitarbeiter vor Ort auch dahinter stehen und ihr Bestes geben“, ergänzte Dietmar Schulz. So wurden beispielsweise 194 Kilogramm Kopfsalat, 291 Kilogramm Mohrrüben, 117 Kilogramm Kohlrabi und 579 Kilogramm Radieschen geerntet. Die Maßnahme wurde gemeinsam mit der Arge Nordvorpommern, Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten, und dem BQB umgesetzt. Eine Entgeltvariante war beantragt und bewilligt worden, so dass im März drei Arbeitnehmer unter der Leitung der Vorarbeiterin von Vorarbeiter Jörg Möller auf dem Trinwillershäger Feld aufnehmen konnten. Zwei von ihnen waren bereits im Vorjahr mit dabei. Die Barther Tafel hat einen großen Bedarf an frischem Obst und Gemüse. Rund 300 bedürftige Leute werden in der Woche an den beiden Ausgabetagen von der Barther Tafel betreut und erhalten Lebensmittel. Weshalb sich Tafelchefin Ursula Jeß und ihr Team sehr darüber freuen, dass eine Neuauflage in diesem Jahr möglich wurde. Ihr Dank gilt allen, die sich dafür einsetzten und engagierten. „Wenn wir nicht jeden Morgen das frische Gemüse aus Trinwillershagen gehabt hätten, hätte es besonders während der Sommermonate etwas schlecht diesbezüglich ausgesehen, da das Gemüse in den Verkaufsstellen, von wo wir unsere Lebensmittel unter anderem ansonsten holen, knapp war. Das Projekt hat uns da wieder sehr geholfen“, sagte Ursula Jeß. Monatlich werden in der Barther Tafel zwischen acht bis zehn Tonnen Lebensmittel umgeschlagen und an Bedürftige gegeben. Nun soll die Anbaufläche in Trinwillershagen für den Winter und für einen erneuten Anbau im nächsten Jahr vorbereitet werden. „Wir bemühen uns, das Projekt auch 2011 weiter fortführen zu können und werden es entsprechend beantragen. Die Zusammenarbeit mit der Arge ist gut. Unsere Erfahrung aus den beiden letzten Jahren ist, dass die Arge dem Ganzen positiv gegenüber steht.
Wir müssen abwarten“, so Dietmar Schulz.
Claudia Haiplick
