Erntefrisches Gemüse aus Trinwillershagen für die Barther Tafel

    Barther Tafel

    Projektbetreuer Jürgen Lange, Ursula Jeß, Helga Rux, Angelika Grätz und Uwe Schibilski (v.l.) auf dem Feld in Trinwillershagen inmitten von Porree, der demnächst geerntet wird. Foto: Claudia Haiplick

    Rund 300 bedürftige Menschen werden zweimal in der Woche mit Lebensmitteln versorgt.
     

    Barth/Trinwillershagen Die Möhren verfaulten in der Erde. Die Aussaat wurde mehrfach weggespült. Der Dauerregen erschwerte auch in Trinwillershagen den Gemüseanbau. „ Das Wasser stand teilweise bis zum Weg. Es war unglaublich. Umso beeindruckender ist es, was dennoch auf dem Feld an Gemüse bisher geerntet wurde“, erläutert Manfred Heuser vom Barther Qualifizierungs- und Beschäftigungszentrum (BQB). So wurden unter anderem 332 Bund Schnittlauch, 1475 Bund Radieschen, 162 Bund Petersilie, 1183 Köpfe Salat, 825 Stück Kohlrabi, 953 Bund Zwiebel, 578 Bund Möhren, 207 Bund Suppengrün und 103 Kilogramm Bohnen sowie mehrere Kilogramm Obst geerntet. Insgesamt kamen 1500 Kilogramm frisches Gemüse zusammen. Zum Vergleich: 2010 waren es 2500 Kilogramm und 2009 waren es 7600 Kilogramm. Nutzer der Aktion ist die Barther Tafel, die einen großen Bedarf an frischem Obst und Gemüse hat.

    Rund 300 bedürftige Leute werden in der Woche an den beiden Ausgabetagen von der Barther Tafel betreut und erhalten Lebensmittel. „ Die Menschen freuen sich darüber, wenn wir ihnen auch Gemüse erntefrisch vom Feld geben können. Das Projekt hilft uns sehr, auch wenn die Erträge in diesem Jahr nicht so gut wie in den Vorjahren waren. Das Gemüse aus den Verkaufsstellen, von wo wir unsere Lebensmittel unter anderen holen, ist generell knapp“, so Tafelchefin Ursula Jeß. Ihr Team und sie sind froh, dass es auch in diesem Jahr wieder gelang, das Projekt durchzuführen. Zum dritten Mal infolge. Ein Dank daher allen, die sich dafür einsetzten und engagierten. Besonders den Mitarbeitern, die in diesem Sommer bei nicht immer leichten Bedingungen auf dem Feld arbeiteten.

    „Man muss das Wetter nehmen, wie es nun mal ist“, sagten Helga Rux und Angelika Grätz. Beide arbeiten zurzeit vor Ort. Der Trinwillershäger Gemüseanbau ist ein gemeinsames Projekt des BQB und der Gemeinde Trinwillershagen. Letztere stellt dafür die Fläche des ehemaligen Schulgartens seit drei Jahren zur Verfügung. Die Maßnahme ist gemeinsam mit der Arge Nordvorpommern, Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten, und dem BQB umgesetzt worden. Eine Entgeltvariante wurde beantragt und bewilligt. Im März war das Projekt erneut mit drei Arbeitnehmern gestartet worden. Es läuft bis Mitte November. Der Bürgermeister von Trinwillershagen, Klaus-Dieter Tahn: „Hilfsbedürftige helfen Hilfsbedürftigen. Das Wort Gemeinnützigkeit erhält hier eine vollkommen neue Bedeutung.“ hai